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Für viele Menschen mit einer seltenen Erkrankung ist der Weg zur Diagnose lang und belastend. Die Genomsequenzierung bietet die Möglichkeit, die Diagnostik seltener Erkrankungen grundlegend zu verbessern. Im Gegensatz zu herkömmlichen genetischen Untersuchungen werden dabei alle rund drei Milliarden Basenpaare des menschlichen Genoms analysiert. Dadurch können auch genetische Veränderungen erkannt werden, die mit bisherigen Methoden verborgen geblieben wären.

Die molekular gesicherte Diagnosestellung bei einer seltenen Erkrankung ist wegweisend für die Behandlung und Betreuung der Betroffenen. Individuelle Behandlungsmöglichkeiten, basierend auf der umfassenden Charakterisierung der genetischen Veränderungen, verbessern für Patienten und Patientinnen die Lebensqualität und erhöhen die Chancen auf gezielte Therapien. Ein zentrale Bestandteil des Modellvorhabens sind daher intersiziplinär besetzte Fallkonferenzen, in denen Fachärzte und Fachärztinnen verschiedener Disziplinen die genetischen Befunde besprechen und individualisierte Weiterbehandlungspläne ausarbeiten.

  • Dadurch verbessern sich die Chancen auf
  • eine eindeutige Diagnose
  • eine gezielte Therapie
  • ein besseres Verständnis der Erkrankung

Mit dem Modellvorhaben nach § 64e SGB V wurde erstmals die Grundlage geschaffen, die Genomsequenzierung in Deutschland systematisch in die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit seltenen und onkologischen Erkrankungen einzubinden.

Neben der Diagnose und Therapie der Betroffenen geht es auch darum, die Qualität der medizinischen Behandlung zu überprüfen und das Modellvorhaben zu bewerten. Nicht zuletzt sollen die Daten aber auch in der wissenschaftlichen genomischen Forschung genutzt werden, z.B. um neue Zusammenhänge zwischen Erbgutveränderungen und Krankheitsentstehung aufzudecken.

  • Moderne Genommedizin soll zu einem Bestandteil der zukünftige Regelversorgung werden.

Gemeinsame Datenplattform

Die im Rah­men des MV64e er­ho­be­nen kli­ni­schen und ge­no­mi­schen Da­ten wer­den für die ge­mein­sa­me Nut­zung in Ver­sor­gung und For­schung zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Gemeinsame Qualitätssicherung

Die Or­ga­ni­sa­ti­on jähr­li­cher Ring­ver­su­che, dienen der kontinuierlichen Verbesserung und der gemeinsamen Qua­li­täts­si­che­rung.

Gemeinsame Fallkonferenzen

Zur ge­mein­sa­men Dis­kus­si­on kom­ple­xer Ge­nom-Be­fun­de der ein­zel­nen Stand­or­te wur­den standort­über­grei­fen­de mul­ti­zen­tri­sche Fall­kon­fe­ren­zen im Rah­men des Netzwerkes et­a­bliert.

Gemeinsame Forschung

Das Netzwerk-MV64e bie­tet die Mög­lich­keit zur Nutzung der Daten für die medizinische Forschung.